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Begehung des Hauptfriedhofs auf Einladung der FWV Heilbronn 16.5.2018

In der Reihe „FWV nah beim Bürger“ hatte die FWV Heilbronn am 16.5.2018 zu einer Begehung des Hauptfriedhofs eingeladen. Es kamen deutlich mehr als 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger, die vom FWV-Fraktionsvorsitzenden Herbert Burkhardt und vom Vereinsvorsitzenden der FWV und Bezirksbeirat Stefan Fiebig herzlich begrüßt wurden. Für die FWV waren desweiteren die Stadträte Heiner Dörner, Eugen Gall und Fritz Kropp vor Ort sowie die Bezirksbeiräte Irene Seeburger, Marion Rathgeber-Roth, Steffen Weber.

Unter sachkundiger Betreuung des Herrn Heier vom Friedhofsamt konnten ausgesprochen interessante Informationen und Details über den Hauptfriedhof an die interessierten Bürgerinnen und Bürger vermittelt werden. Die Besichtigung war auf eine Stunde angelegt. Es zeigte sich jedoch, dass dies viel zu kurz war. Wegen der Vielzahl der Eindrücke soll hier nur ein kurzer Abriss über die wichtigsten Fakten gegeben werden.

Der Friedhof wurde um 1882 von einer sog. Kirchhofs-Kommission konzipiert. Er hat eine Fläche von ca. 15 Hektar. Es werden mehr als 1200 Bestattungen jährlich vorgenommen, davon derzeitig ca. 2/3 als Feuerbestattung. Ca. 20% werden heutzutage schon in alternativer Bestattung vorgenommen, d.h. Gräber mit und ohne Namensnennung. Der erste Eindruck einer aus der Oststadt heraus führende Allee, die in und über den Friedhof führt, soll eine Achse aus der Stadt der Lebenden über den Platz des Abschiednehmens in die Stadt der Toten symbolisieren. Sehr eindrücklich waren die ausführlichen Beschreibungen von Herrn Heier zum Krematorium, welches 1905 vom späteren OB Beutinger entworfen wurde und das erste Krematorium im damaligen Württemberg war. Sehr betroffen war die Anwesenden bei den sogenannten „Dachsteingräbern“, eine Gruppe von mehreren Gräbern in denen Schüler und Lehrer, die 1954 bei einer Wanderung im Dachsteingebirge durch einen Schneeeinbruch ums Leben kamen. Ebenso ergriffen standen alle bei den sog. „Schmetterlingsgräbern“, eine etwas abseits liegende, mit besonderen Grabsteinen versehene Gräbergruppe, in denen Menschen und Überreste von Menschen beigesetzt werden, die eigentlich keinen Anspruch auf Beisetzung haben (z.B. Totgeburten). Besondere Grabstätten, hier nur exemplarisch, so vom ehemaligen Oberbürgermeister Karl Wüst (die höchste Grabstätte auf dem Friedhof), sowie von der Familie Huber, ehemaliger Landgerichtspräsident und Familie Knorr, bedeutender Unternehmer für Heilbronn, sind beeindruckende Zeitzeugen. Der Friedhof wird in Eigenregie der Stadt Heilbronn betrieben, aber natürlich haben auch alle Steinmetze, Gärtner und Floristen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung und die Schönheit dieser Stätte des Friedens und der Ruhe.

21. Mai 2018